Menschenbild

„Bis Sie das Unbewusste bewusst machen, wird es Ihr Leben lenken und Sie werden es Schicksal nennen.“
– Carl Gustav Jung

Ich nehme den Menschen als multidimensionales Wesen wahr, das aus den Ebenen Körper (physische Ebene), Geist (psychische Ebene) und Bewusstsein (seelische oder authentische Ebene) besteht. Diese Ebenen beeinflussen sich gegenseitig und stellen eine dynamische untrennbare Einheit dar.

Diese Sichtweise ist sowohl ganzheitlich als auch transpersonal:

  • Ganzheitlich im Gegensatz zur häufig noch praktizierten Sichtweise, in der Körper und Geist als getrennte Phänomene betrachtet werden.
  • Transpersonal, da diese Sichtweise auch die Existenz eines seelischen Aspektes annimmt, der auf der tiefsten Ebene die menschliche Existenz bedingt.

Als Menschen erleben, erfahren und erschaffen wir die Welt durch alle diese Ebenen und ihre Instanzen und Werkzeuge.

Ebenen und Instanzen

In meiner Arbeit finden sowohl die Körpersinne, das Nervensystem, der Atem und unsere Instinkte (physische Ebene), Gedanken, innere Bilder und Emotionen (geistige Ebene) als auch der tiefere authentische Wille und die Intuition (seelische Ebene) Beachtung. Überdies arbeite ich auch manchmal mit dem Konzept des Energiekörpers, der aus Chakren und Nadis (Meridianen) besteht. All diese Ebenen und Instanzen dienen als Informationsquellen und auch als Werkzeuge der Veränderung.

Ziel der Arbeit ist die Bewusstwerdung über diese Ebenen sowie das Verständnis über deren Zusammenwirken beim Erschaffen unserer subjektiven Welt.

Wie sehr wir Menschen leiden, hängt häufig von unserem Bewusstseinszustand ab.

Im unbewussten Zustand erleben wir uns oft als Opfer von äußeren Umständen und sind unseren instinkthaften emotionalen Reaktionen ausgeliefert. Ich bediene mich, um diesen Bewusstseinszustand zu beschreiben, der Begrifflichkeit des Egos.

Das Ego wird oft als ein Aspekt unseres menschlichen Daseins beschrieben, es durch das Erleben des Getrenntseins entsteht und sehr stark durch den Überlebensinstinkt gesteuert wird.

Authentisches Selbst versus Ego-Selbst

Als kleines Kind sind wir komplett abhängig von den uns umgebenden Erwachsenen und so erlernen und internalisieren wir instinktiv die von ihnen geforderten oder vorgelebten Verhaltens- und Seinsweisen, um uns ihre Liebe und Fürsorge zu sichern. Wir erlernen, welches Verhalten, welche Ausdrucksweisen, etc. unseres authentischen Ausdrucks erwünscht, unterstützt und gefördert werden und welche abgelehnt oder sogar bestraft werden und beginnen uns anzupassen.

Dadurch kreieren wir (unbewusst) ein zweites Ich (Ego) zusätzlich zu unserem authentischen Selbst. Das Ziel des Egos ist vor allem akzeptiert und geliebt zu werden. Es ist in seiner Wahrnehmung daher vorwiegend nach außen gerichtet und sucht nach Bestätigung in anderen.
Dieser Prozess kann dazu führen, dass Aspekte unseres authentischen Seins (seelischer Aspekt) unterdrückt werden müssen und nicht gelebt werden können. Dadurch entsteht Leid.

In Essenz ist das menschliche Ego ein mentales Konstrukt aus verinnerlichten Glaubenssätzen, mit denen wir uns identifiziert haben und welche nun unser Verhalten und Wahrnehmen steuern.

Es ist möglich, diese mentalen Muster durch gezielte Selbstbeobachtung und Reflexion (beschrieben unter Methoden) zu erkennen und wieder loszulassen und so zu unserem authentischen Wesen zurückzufinden.

In diesem authentischen oder seelischen Selbst sind alle Intentionen für dieses Leben, Herzenswünsche, Themen, die das menschliche Individuum explorieren, erfahren, verstehen, transformieren und kreieren möchte, bereits angelegt. Das Selbst ist frei. Es existiert auch ohne ein Gegenüber oder in Beziehung zu etwas im Außen und entsteht spontan in jedem Moment. Es ist nur intuitiv erfassbar und kann als wahre innere Stimme durch Erlernen einer entspannten, meditativen Geisteshaltung (inneren Präsenz) erspürt werden.

In diesem bewussten Zustand wird es möglich, Leid aufzulösen, die eigene innere Welt durch persönliche Wahl von positiveren, das authentische Selbst unterstützenden Gedanken und Emotionen zu füllen und aus diesem neuen Seinszustand heraus die äußere Welt neu zu kreieren. Wir entwickeln uns aus der leidvollen Erfahrung, Opfer zu sein, in eine freudvolle Erfahrung, Schöpfer*in zu sein.